Vorstellung als Kandidat

Liebe Freundinnen und Freunde,

am 11. Februar wählten mich die Mitglieder des Kreisverbandes Goslar zu ihrem Direktkandidaten für die Landtagswahl im Oktober diesen Jahres. Wie es üblich ist, musste ich dafür eine Bewerbungsrede halten und einige Fragen der Anwesenden beantworten. Hier möchte ich nun diese Vorstellung und einige der inhaltlichen Punkte in Schriftform wiederholen, um allen nicht anwesenden Mitgliedern unseres Kreisverbandes und interessierten Bürgerinnen und Bürgen die Möglichkeit zu bieten, sich ein Bild von mir und meiner Kandidatur zu machen.

Vorstellung
Ich wurde 1981 in Bad Harzburg geboren und wuchs danach in Goslar auf, wo ich bis heute mit meiner Familie heimisch bin. Bis 1998 besuchte ich die Realschule Hoher Weg, um im Anschluss eine Handwerksausbildung als Drucker zu absolvieren. Bis auf eine kurze Unterbrechung für meinen Zivildienst im Haus Abendfrieden habe ich gut 12 Jahre in der Druckindustrie verbracht. In dieser Zeit habe ich berufsbegleitend einen Abschluss als Fachwirt erworben, der es mir ermöglicht hat ein Studium aufzunehmen. Ich habe mich daher im April 2010 zum Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Harz entschlossen. Direkt im Anschluss habe ich noch den Masterstudiengang Business Consulting absolviert und 2015 erfolgreich abgeschlossen. Meine Abschlussarbeit wurde dabei mit dem Forschungspreis der IHK Magdeburg ausgezeichnet. Im Anschluss an das Studium durfte ich für etwas mehr als sechs Jahre im Forschungsbereich der Hochschule Förderanträge begleiten und Projekte administrativ unterstützen. Während dieser Zeit habe ich mich auch als Vertreter der Kolleginnen und Kollegen im akademischen Senat und dem Personalrat betätigt. Seit dem Dezember des vergangenen Jahres bin ich nun an der TU Clausthal als Gründungsberater unterwegs und freue mich sehr die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region begleiten zu dürfen.

Ländlicher Raum
Für mich ist es von großer Bedeutung, dass wir in unserer Region eine Politik einfordern und selbst umsetzen, die die ganz speziellen Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt stellt. Natürlich sind die großen Themen überall
vergleichbar: Energiewende, Verkehrswende und soziale Gerechtigkeit, um nur einige der wichtigsten Überschriften zu nennen. Viel wichtiger ist aber die konkrete Ausgestaltung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass unsere Region dem ländlichen
Raum des Bundeslandes zuzuordnen ist und sich daraus besondere Anforderungen ergeben.

Energiewende
Aktuell stöhnen wir alle unter steigenden Energiekosten. Insbesondere Familien mit geringen Einkommen sind hiervon betroffen. Hier müssen wir aber ehrlich sein. Erneuerbare Energien als Preistreiber darzustellen ist nicht richtig. Vielmehr
werden sie dazu führen, dass wir uns von Weltmärkten unabhängiger machen und somit langfristig geringere Preise und eine höhere Preisstabilität erzielen. Dafür muss der Ausbau aber endlich aus seinem Dornröschenschlaf erwachen und ernsthaft betrieben werden. Wir benötigen Solaranlagen verpflichtend auf jedem öffentlichen Gebäude, das dafür geeignet ist. Wir benötigen einen massiven Ausbau der Windenergie unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessenlagen von Anwohnerinnen und Investoren. Dabei darf es nicht darum gehen, diese Interessengruppen gegeneinander auszuspielen, sondern gangbare Lösungen zu finden. Dies muss mit einer zielgerichteten Förderpolitik einhergehen. Gleichzeitig brauchen wir eine finanzielle Unterstützung der Kommunen und Netzbetreiber, wenn es darum geht Stromnetze zu erneuern und an die Bedürfnisse der Elektromobilität anzupassen.

Verkehrswende
In Langelsheim wohnen, aber in Bad Harzburg arbeiten, die Kinder zum Training nach Salzgitter bringen und vielleicht noch in Goslar einkaufen… Keine ungewöhnliche Situation in unserer Region. Gerade Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
sind auf ihre Mobilität angewiesen. Gleichzeitig führt uns die Klimakrise vor Augen, dass wir den Individualverkehr minimieren müssen. Dafür muss aber auch ein entsprechendes Angebot vorhanden sein. Auch hier empfehle ich Ehrlichkeit. Wir werden nie einen öffentlichen Personennahverkehr haben wie Hannover, Braunschweig oder Oldenburg. Das ist aber auch nicht schlimm. Wichtig ist nur, dass in Diskussionen und Entscheidungsfindungsprozessen hier auf die Sorgen und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger eingegangen wird. Niemand wird sein Auto einfach aufgeben und dann mal sehen wie es weiter geht. Hier muss zunächst auf der Angebotsseite gearbeitet werden. Dabei geht es auch darum bestehende
Angebot qualitativ zu verbessern und dann mit intelligenten Lösungen zu erweitern. Wir müssen als Region aber auch Laut sein und unser Recht einfordern. Das der Harz als wichtige Tourismusregion, die sich über drei Bundesländer erstreckt, nicht vom Deutschlandtakt profitiert, sondern sogar negativ beeinflusst wird, ist eine verkehrspolitische Katastrophe.

Forschungsförderung und Hochschulen
Nicht zuletzt durch meine berufliche Tätigkeit und mein Engagement als Personalrat verfüge ich über tiefgehende Einblicke in unsere Hochschulen. Forschung und Entwicklung stellen wichtige Bereiche unserer Hochschullandschaft dar und tragen auch zur Sicherung unseres Landes als Wirtschaftsstandort bei. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Forschungsprojekten sehen sich aber in der Regel mit befristeten Verträgen von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren konfrontiert. Dies führt oftmals zur Unsicherheit für die eigene Person, wie es weitergeht. Ebenso sind starke Personalfluktuationen keine Seltenheit. Weder für die Angestelltenseite noch für die Forschungseinrichtungen ist dies ein befriedigender Zustand. Personalfluktuationen sorgen zudem immer wieder dafür, dass Know How verloren geht und Projekte daher nicht so erfolgreich enden wie sie es könnten. Ich möchte mich einsetzen für eine bessere finanzielle Ausstattung unserer Hochschulen, um hier Stellen zu entfristen und jungen qualifizierten Fachkräften eine langfristige Perspektive bieten zu können.

Natürlich gibt es noch viele weitere Themen, die für unsere Region von großer Bedeutung sind. Leider gibt eine zehnminütige Rede auf einer Wahlversammlung nicht den ausreichenden Raum, um sie alle anzusprechen. In den kommenden Wochen und Monaten wird das aber nachgeholt – Versprochen!

Euer
Fabian



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