Waldumbau im Zeichen des Klimawandels

Der ehemalige Landwirtschaftsminister Christian Meyer besucht im Beisein der Landesvorsitzenden der Grünen Anne Kura das Niedersächsisches Forstamt Seesen um sich über die Schäden durch den Borkenkäfer zu informieren. Begleitet wurde er vom Sprecher des Grünen Kreisverbands Goslar Mathias Schlawitz.

Er zeigt sich entsetzt von den Schäden. Das Forstamt hat 2020 bereits 150.000 Festmeter Fichte geerntet und damit ein Mehrfaches des nachhaltigen Nutzungssatzes. Die vom Borkenkäfer befallen müssen sehr schnell von den gesunden Bäumen getrennt werden, um weitere Schäden zu vermeiden. Doch auch die Zahlen bei der Wiederaufforstung sind beeindruckend. 250 000 Bäume werden in diesem Jahr gepflanzt. Dabei berücksichtigen die Landesforsten so Forstamtsleiter Geske alle derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse, um den Wald auf den Klimawandel vorzubereiten. Ein Mischwald aus Nadel- und Laubbäume soll entsteht. Wie schnell der Wald sich teilweise entwickelt, zeigt Forstamtsleiter an einem Bereich, der durch Kyrill völlig kahl war. Dort wurden 2008 nur Douglasie und Buchen gepflanzt. Mittlerweile wachsen auf der Fläche 17 verschiedene Baumarten, die sich natürlich dort eingefunden haben.


Ein sehr gelungenes Waldbild“, finden Schlawitz und Meyer, „insbesondere, weil Forstwirtschaft und Erholung so gut kombiniert werden.“ Der Kampf gegen den Klimawandel muss oberste Priorität haben, weil gerade die Schäden in den letzten Jahren zeigen, dass die einseitige Ausrichtung auf wirtschaftliche Ziele nicht umsetzbar sind. Der Preisverfall ist durch die Schäden, die überall in Deutschland vorhanden sind, ist so stark, dass das Holz nicht gewinnbringend verkauft werden kann. Um den Markt zu entlasten, ergreift das Forstamt alle Möglichkeiten um das Holz zu konservieren. Dies wird mit der Hoffnung verbunden, das Holz zu auskömmlichen Preisen zu vermarkten.


Es zeigt wieder einmal, wie schnell wir jetzt handeln müssen“, ist sich Schlawitz sicher. Meyer fordert, dass sich auch private Waldbesitzer stärker am Umbau beteiligen müssen. Sie haben jahrelang sehr gut vom Holz profitiert. Wenn sie langfristig stabile Wälder sichern wollen, müssen sie ebenfalls in Mischwälder investieren. Die Beteiligten sind sich einig, dass trotz der Verluste, die das Forstamt zurzeit hinnehmen muss, die Gelegenheit zum Waldumbau genutzt werden muss. Dafür sind erhebliche Mittel erforderlich. „Wir wollen unseren Kindern und Enkeln einen schöneren, stabileren und ertragreicheren Wald erhalten“, erläutern Schlawitz und Meyer.


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