Sabine Seifarth: "Die FDP entdeckt ihr Herz für Bienen"

Aktionspaket der GRÜNEN zum Insektensterben: Wir haben die Biene schon lange im Blick...

Sabine Seifarth weiter: "In ihrem Antrag bittet die Gruppe in Zukunft bei allen Pflanzungen um eine Absprache mit Imkern und es werden vor allem blütentragende Obstbäume gefordert mit dem Argument, diese seien Bienen, Hummeln und anderen Insekten zuträglich. Nichts gegen Streuobstbäume und andere blütentragende Gehölze, aber auch andere Pflanzen die nicht ,schön blühen' dienen ausgezeichnet als Bienenfutter, z.B. Weiden, Pappeln, Linden, etc..

Ausschlaggebend ist die Auswahl von einheimischen Gehölzen zur Unterstützung von Insekten, Vögeln und Kleinsäugern, nicht die Größe der Blüten. Und dies ist schon sehr lange bewährtes Verwaltungshandeln, auch in der Stadtforst versucht man hauptsächlich einheimische Gehölze zu verwenden.

Da das Geforderte sowieso Alltag ist, haben wir uns erlaubt den FDP/AFG-Antrag dahingehend zu ändern, dass nur noch bienenfreundliches Saatgut verwendet wird und mehr Rasenflächen in Wiesen umgewandelt werden. Denn Blumenwiesen sehen nicht nur gut aus, sondern halten als intaktes Ökosystem ein reichhaltiges Nahrungsangebot vor und sind auch weniger pflegeintensiv.

Ein wesentliches Problem in Städten ist die zunehmende Versiegelung von freien Flächen. Die neue Mode, Gartenflächen nur mit Steinen zu gestalten und kein Grün zuzulassen, ist tödlich für die Tierwelt. Deshalb in diesem Zusammenhang auch ein Antrag von uns, der Versiegelung entgegen zu wirken, z.B. in Bebauungsplänen.

Die von der Gruppe vorgelegten Anträge beinhalten lediglich Minimalforderungen eines Hobbyimkers, vermutlich aus der Stadt. Das große Problem des Insektensterbens (75 % der Insekten sind bereits verschwunden), sind nämlich nicht die Honigbienen, (eine Art von vielen) sondern alle Wildbienen und andere Insekten sind stark gefährdet.

Als hauptverantwortlich für das Sterben gilt die industrielle Landwirtschaft mit ihren Monokulturen, dem Entfernen von Hecken in der Landschaft, dem Beackern der Felder bis zum Wegrand, ohne einen blühenden Ackerrandstreifen stehen zu lassen, und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie z.B. Neonuketinoiden, die bei Insekten nervengiftig sind. Spezialisierte Wildbienenarten z.B. laufen Gefahr, aufgrund des eintönigen Nahrungsangebots zu verhungern. Dabei ist der Tod von Honigbiene und Wildbiene keine Absicht, sondern ,nur' eine Nebenwirkung.

Ich bin hocherfreut, dass die Gruppe FDP/AFG das Problem erkannt hat. Bei der Umsetzung sind wir gerne behilflich und natürlich erwarten wir in Zukunft entsprechenden Einsatz der Antragsteller. Jedes Fraktionsmitglied von FDP und AFG kann auf die Landwirte in seinem Umfeld einwirken, insektenfreundlich zu arbeiten. Und da wäre auch noch der Antrag der Bürgerliste, landwirtschaftliche Flächen der Stadt nur noch an Bio-Landwirte zu verpachten. Hier erwarte ich dann ein zustimmendes Votum der Gruppe!"

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